Islandpferdezentrum Stuttgart
Islandpferdezentrum Stuttgart

Pferd Mensch Wir - Ein 5-Steps-Projekt zur Unterstützung der Integration von Flüchtlingskindern

DAS PFERD HAT FÜR DEN MENSCHEN VON JEHER EINE
GROSSE BEDEUTUNG – UND DIES IN SÄMTLICHEN
KULTUREN UND LÄNDERN AUF DIESER ERDE,
VOM KERNIGEN ISLANDPFERD IM HOHEN NORDEN
BIS ZU DEN FEURIGEN ARABERPFERDEN IN DEN
WÜSTENGEBIETEN. ES DIENT SEIT FRÜHESTEN ZEITEN
IN DER ENTWICKLUNG DES MENSCHEN ALS WICHTIGER
BEGLEITER, MITARBEITER UND FREUND.
BESONDERS AUF KINDER HABEN TIERE, BESONDERS DAS
PFERD ALS REITTIER, EINE FASZINIERENDE WIRKUNG –
WIR MÖCHTEN DIESE NUTZEN, UM BRÜCKEN ZU BAUEN:
VON MENSCH ZU PFERD, VON MENSCH ZU MENSCH.

Nachbarschaft

Unser Hof liegt in unmittelbarer Nähe der geplanten Flüchtlingsunterkunft in der Krailenshaldenstraße (vorraussichtlicher Bezug November 2016) und ist über kurze Wege schnell erreichbar. Ebenso liegt er generell einerseits in ruhiger Seitenstraßenlage, ist aber gleichzeitig auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen. In unmittelbarer Nachbarschaft kann das Miteinander sichtbar werden. Wir lernen so Menschen kennen und schätzen. Wir können uns gegenseitig im Blick haben und helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Nähe bedeutet, sich vertrauen zu können, Verantwortung füreinander zu übernehmen und aufeinander Acht zu geben, aber auch Rücksicht aufeinander zu nehmen. Gesellschaftliches Miteinander beginnt um die Ecke.

Unsere Idee

Wir möchten einen Beitrag zu den aktuellen Geschehnissen in unserem Land und dies in unmittelbarer Umgebung zu unserem Hof leisten. Da wir in der langjährigen Arbeit mit Kindern und Pferden vielfältigste positive Erlebnisse beobachten konnten, ist für uns klar, dass das Pferd den Menschen innerlich wie äußerlich bewegt. Durch seine ureigene soziale Lebensweise kann es wichtige positive Entwicklungsimpulse beim Menschen setzen. Uns macht betroffen, wie viele Menschen derzeit aus ihrer vertrauten Heimat flüchten müssen und sämtlichen Rückhalt verlieren. Besonders für Kinder bringt dies Ängste, Unsicherheiten und mitunter traumatische Erlebnisse mit sich. Wir möchten aus diesen Gründen mit unserem neu entwickelten Konzept unsere Erfahrungen und die unserer Pferde nutzen. Damit möchten wir Kindern, die mit ihren Familien aus ihrem Heimatland flüchten mussten die Möglichkeit bieten, wieder positive Erfahrungen und Erlebnisse auf ihrem Entwicklungsweg zu machen. Sie dürfen Spaß und Freude erleben und bekommen im professionellen Kontext des Heilpädagogischen Reitens die Möglichkeit, belastende Ereignisse zu verarbeiten. Unser Ziel ist es, die Kinder mit Hilfe unserer Pferde stark zu machen und Brücken zu bauen für ihren Weg in die Gesellschaft. Dieses „Stark-Machen“ kann unserer Ansicht nach langfristig einen Beitrag im Rahmen von Gewaltprävention leisten. Damit kann Integration der Kinder und ihrer Familien in unserer Nachbarschaft gelingen.

Die Zielgruppe

Es bietet sich aus unseren Erfahrungen an, mit Flüchtlingskindern und -jugendlichen im Alter von ca. 3 Jahren bis 18 Jahren zu arbeiten. Bei jüngeren Kindern, besonders denen unter 5 Jahren, ist in diesem Kontext sinnvoll, eine enge Bezugsperson des Kindes in die Stunden mit einzubeziehen. Perspektivisch können wir uns auch sehr gut vorstellen, geflüchtete Mütter und ihre Kinder in einem speziellen bedürfnisorientierten Mutter-Kind-Projekt zu betreuen. Da fußläufig zu unserem Hof
eine neue Flüchtlingsunterkunft entsteht, möchten wir diese kurzen Wege nutzen, Kinder direkt aus diesem Neubau zu betreuen. Gerade diese unmittelbare Nachbarschaftsnähe bringt vielerlei Vorteile mit sich – für die Kinder, für etwaige Betreuer und Sozialarbeiter und für uns. Kurze Brücken sind häufig stabiler, beständiger und schneller gebaut als die, die Schluchten überspannen und viele extra Pfeiler benötigen…

Die Bedeutung des Pferdes im Rahmen des Projekts

Wir möchten entwicklungsförderliche Bedingungen für Kinder, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, schaffen und Werte vermitteln, die wir als wichtig für ein gemeinsames Leben in unserer demokratischen Gesellschaft erachten. Das Pferd nimmt in der Vermittlung dieser Anliegen eine wichtige Rolle ein.
Die Zusammenarbeit mit dem Pferd erfordert strukturgebende Komponenten. So lernen die Kinder von uns im Umgang mit dem Pferd verschiedene spezifische Abläufe kennen, wie das Putzen und Versorgen der Tiere. Über diese wiederkehrenden Aufgaben erleben die Kinder das Gefühl von Vorhersagbarkeit, Stabilität, Halt und Beständigkeit – Erfahrungen, die in Kriegszeiten und auf der Flucht sowie in einem neuen Land wenig machbar, aber grundlegend wichtig für die innere Stabilität sind. In der Kommunikations- und Interaktionsanbahnung sowie -förderung fungiert das Pferd als hilfreicher Partner. Da es non-verbal kommuniziert, spielt die gesprochene Sprache zunächst nicht die wichtigste Rolle – somit ist das Hindernis der Nicht-Verständigung auf Grund von Sprachbarrieren minimiert. Der Umgang mit dem Pferd bietet die Möglichkeit, sich selbst als kompetent und handlungsfähig zu erleben und eigene Stärken zu finden. Beispiele hierfür sind das selbstständige Führen und Reiten des Pferdes – das Kind erlebt sich als dem großen Tier gegenüber kompetent, in dem es ihm den Weg zeigt und das Pferd auf seine Signale hin folgt. Auch sämtliche Tätigkeiten auf dem Hof bieten Settings, sich selbständig und handlungskompetent zu erleben oder diese Fähigkeiten im Rahmen eines strukturierten Settings zu erlernen. Im Rahmen unseres Projektes soll die Möglichkeit geschaffen werden, positive Kontakte auch außerhalb der Flüchtlingsunterkunft knüpfen. Dadurch kann das Einfinden und die Integration in den neuen Alltag mit all seinen Möglichkeiten, aber auch Grenzen, Rechten und Pflichten, erleichtert werden.

Wichtige Eckpunkte unserer Arbeit im Rahmen dieses neuen Projektes sind:
▶ Übergänge gestalten: Ankommen, aber auch sich verabschieden
▶ Die Bewegung: das Pferd bewegen und vom Pferd bewegt werden als entwicklungsförderliches und zentrales Element. Hierbei stehen vor allem die Psychomotorik als Einheit von Wahrnehmung und Bewegung als auch die Soziomotorik, also die soziale Komponente der Bewegung, im Vordergrund.
▶ Natur erleben: eine Basis und inneres Gleichgewicht finden
▶ Rhythmus und Rituale und dadurch Halt und Beständigkeit erleben
▶ Mit dem Thema Angst umgehen: Sicherheit in einem geschützten Umfeld erleben
▶ Prävention Verantwortung übernehmen – für andere und für sich selbst

5 Steps

Es sind im Rahmen dieses Projektes für die Flüchtlingskinder jeweils 5 Einheiten pro Kind geplant. Die erste Einheit steht unter dem Motto „Ankommen“ und beinhaltet eben dieses. Struktur- und haltgebende Komponenten prägen diesen Einstieg und das erste Kennenlernen.
Die zweite Einheit eine Woche später lenkt den Fokus auf das weitere Kennenlernen, sowohl der Pferde als auch des Reitpädagogen. In Kontakt treten und in Interaktion sowie Kommunikation sein können herausragende Bausteine sein.
Es folgt der dritte Step, in dem die Möglichkeit besteht, sich etwas in der neuen Umgebung zuzutrauen, sich als selbst wirksam zu erleben und kompetent in seinen eigenen Handlungen zu werden.
In der vierten Stunde wird das Pferd als bewegendes Medium eingesetzt, es kann geritten werden und da Bewegung immer auch Veränderung bedeutet, nimmt dieser Baustein in dieser Einheit Raum ein, ebenso das Thema Verantwortung für sich als auch für andere zu übernehmen.
Die letzte Einheit in diesem Konzept beschäftigt sich mit dem Ausklang, der Abschied wird bewusst gestaltet und der Übergang in den Alltag thematisiert.

Pädagogische Philosophie

Heilpädagogisches Reiten basiert auf Erfahrungen aus der Psychologie, Psychiatrie und der Erziehungswissenschaft. Ebenso fließen Kenntnisse aus den Bewegungswissenschaften
mit ein sowie Forschungen zur Wirkweise von Tieren auf den Menschen. Pferde bewegen den Menschen auf unterschiedlichen Ebenen. Das Pferd als soziales, beziehungsfähiges und dem Menschen sehr zugeneigtes Wesen bietet eine herausragende Möglichkeit, körpersprachlich – also non-verbal – in Beziehung zu treten, feine Signale wahrzunehmen und sich selber achtsam wahrzunehmen. Das emotionale Erleben wird durch das feinsinnige Kommunizieren des Pferdes sowie durch das Bewegt-werden durch das Tier angesprochen. In der therapeutischen Zusammenarbeit mit dem Pferd kann das Tier Medium zur Beziehungsgestaltung, Spiegel von Emotionen, „Eisbrecher“ in der Kontaktaufnahme, Symbolfigur im therapeutischen Prozess und mehr sein. Im heilpädagogischen Reiten, besonders im Umgang mit dem Pferd und im Verlauf auch beim Reiten, liegt der Fokus besonders darauf, dem Klienten Möglichkeiten zu geben, sich selbst als kompetent und wirksam in unterschiedlichsten Situationen und Handlungen zu erleben. Ein weiteres Augenmerk ist auf Interaktion, Kommunikation und Kontaktanbahnung gerichtet sowie Beziehung zu erleben. Zum pädagogischen Umfeld für förderliche Entwicklungs-Chancen gehören zudem die Vermittlung von Werten und die ganzheitlichen Sichtweise des Menschen und seiner Entwicklung.

 

Grundhaltung und Menschenbild

Wir orientieren uns an den Stärken und der individuellen Entwicklung des Kindes. Unser Menschenbild ist ein humanistisch geprägtes Menschenbild. Demnach ist der Mensch gut, fähig und bestrebt, sein Leben selbst zu bestimmen sowie diesem Sinn und Ziel zu geben. Er wird als eine ganzheitliche Einheit von Körper, Seele und Geist gesehen und steht in Bezug zu seinem sozialen und gesellschaftlichen Umfeld. Alle Menschen sind gleichwertig und gleichberechtigt, die Würde des Menschen ist unantastbar. Der Mensch lebt in einem Spannungsfeld von Autonomie und wechselseitiger Abhängigkeit.

VIELFALT IST NICHT
NUR ANREGEND UND
BERUHIGEND.
VIELFALT KANN AUCH
AUFREGEND UND
BEUNRUHIGEND
WIRKEN.“
helmut koeckenberger

Weitere Informationen zu unserem 5 Steps Projekt - machen Sie doch bitte einen termin mit uns aus. Wir stellen ihnen unser Konzept gerne vor.  info@islandpferde-stuttgart.de

Hier finden Sie uns

Islandpferdezentrum Stuttgart

Krailenshaldenstraße 45

70469 Stuttgart

Kontakt

Rufen Sie uns einfach zu unseren Bürozeiten an.

 

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag

9.00 Uhr bis 11.00 Uhr

 

0711 - 12 85 18 63 oder 0176 - 59 56 19 50

 

oder schreiben Sie eine Email an:

info@islandpferde-stuttgart.de

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Islandpferdezentrum-Stuttgart